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Wolframs-Eschenbach - 675 Jahre Stadt

 Urkunde der Stadterhebung von 1332
Urkunde der Stadterhebung von 1332

Das Jahr 1332 markiert einen Meilenstein in der Geschichte von (Ober-) Eschenbach, dem heutigen Wolframs-Eschenbach und hat die Struktur und das Aussehen der Stadt bis heute entscheidend geprägt.
Der Deutsche Orden, der um 1212/20 hier Fuß fasste, brachte nach und nach fast das gesamte Dorf Eschenbach, das bereits im 8. Jahrhundert gegründet wurde, in seinen Besitz und förderte dessen Entwicklung tatkräftig. Um seinen Besitz zu sichern und die Landesherrschaft in Eschenbach weiter auszubauen erwirkte der damalige Landkomtur Heinrich von Zupplingen von Kaiser Ludwig dem Bayern 1332 das Privileg, das Dorf Eschenbach, das zum Deutschen Haus in Nürnberg gehörte, zu einer Stadt zu erheben (…daz si auz dem Dorf Eschenbach… ein Stat machen mugen…). Diese Stadterhebungsurkunde, ausgestellt am 18. Dezember 1332, beinhaltete drei wichtige Privilegien: Neben dem Recht zum Bau der Stadt und der Stadtbefestigung war damit auch die Verleihung der Hochgerichtsbarkeit (Fraisch) innerhalb der Stadtgrenzen verbunden. Damit schied Eschenbach aus der königlichen Landgerichtsbarkeit, des damaligen Landgerichtes Graisbach (an der Donau) aus. Diese Gerichtshoheit war für den Deutschen Orden ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Territorialisierung und zur Landesherrschaft.

Hier finden Sie weitere Infos zur Stadterhebung und Entwicklung

Originaltext der Urkunde von 1332Originaltext der Urkunde von 1332
Übersetzung der Urkunde

Übersetzung der Urkunde von 1332



Die Stadt Wolframs-Eschenbach feiert das Jubiläumsjahr 2007 mit verschiedenen Veranstaltungen im Kulturjahr:

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Weitere Informationen:
Stadt Wolframs-Eschenbach, Tel. 09875/96775-32 oder –0, Fax 09875/9671
E-Mail: info@wolframs-eschenbach.de


 

Fortsetzung:

Für die weitere wirtschaftliche Entwicklung Eschenbachs war das gewährte Marktprivileg, zu-erst nur das Recht zur Abhaltung von Wochenmärkten, von entscheidender Bedeutung und ermöglichte erst die Entwicklung zu einem geistlichen und weltlichen regionalen Zentrum. Be-günstigt durch seine Lage an der wichtigen Handelsstraße Nürnberg – Straßburg und mit den kaiserlichen Privilegien ausgestattet, wuchs Eschenbach nun zu einem befestigten Handels-platz heran, der nicht nur der örtlichen und überörtlichen Versorgung, sondern auch als Zwi-schenmarkt für die großen Märkte in Nürnberg diente.

Unmittelbar nach der Stadterhebung begann der Orden oben auf dem Hügelsporn, auf dem bis dahin nur die Kirche mit Friedhof und einige Hofstätten der Herren von Eschenbach lagen, mit der Errichtung einer planmäßigen Stadt. Dazu wurde das frühere Dorf, das in den beiden Bachtälern lag, geräumt und diese dann als Graben und Wallanlagen genutzt. Zeitgleich ging man an die Aushebung der fast neun Meter tiefen Gräben und den Bau der Tore und der Stadtmauer, in Form eines nach Westen gestemmten Schildes.

Innerhalb des „Deutschen Reiches“ gehörte Eschenbach zu den wenigen Städten des Deut-schen Ordens, in dem dieser über alle Herrschaftsrechte verfügte, entsprechend baute er die Stadt in der Folge zu einer „Ordensfestung“ aus. Davon zeugen heute noch der doppelte Mauerring mit Graben, Zwinger und Wehrgang, der bis 1815 auf der inneren Mauer aufsaß. Nur im Nordosten verzichtete man auf einen zweiten Mauerring, da hier das Eschenbachtal mit seinen Weiherketten genügend Schutz bot.

Das Obere Tor, 1361/75 erbaut, ist das älteste erhaltene Tor, wogegen das untere Tor um 1410 abbrannte und in der Folgezeit (1410/16) in der heutigen Form neu aufgebaut wurde. Bis ins 15. Jhd. schützten zusätzlich vorgelagerte Wälle und Gräben die beiden Stadttore. Kaiser Karl IV. erneuerte am 21. November 1347 den Freiheitsbrief von 1332 und sprach auch am 13. Dezember 1355 Eschenbach nochmals das Recht zu, Märkte abzuhalten, Stock und Galgen zu errichten und Gräben und Mauern als Befestigung anzulegen.
Ohne dieses Privileg von 1332 wäre die Entwicklung des Dorfes Eschenbach mit Sicherheit völlig anders verlaufen und es wäre ein unbedeutendes Dorf am Eschenbach geblieben.



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